Großharthau hat es mit Sicherheit bereits im Mittelalter ein Löschwesen gegeben, dies ist aber nicht nachweisbar. Nach dem verheerenden Ortsbrand vom 15. August 1793, bei dem der gesamte Ortskern bis auf 1 oder 2 Häuser niederbrannte, wurde am 02. Juni 1798 eine Feuerspritze beim Raths-Wasser-Bau-Inspektor, Roth-Stück und Glocken-Gießer wie auch vorzüglicher Spritzenbauer der Königl. Sächs. Ocon. Gesellschaft ordentlichem Mitgliede Johann Nicolaus Gottlob La Mare (wie er auf dem Grabstein bezeicht wird) in Dresden für 130 Taler gekauft. Somit nehmen wir das organisierte Löschwesen mit dem Jahr 1798 in unserem Ort an, da die Kaufurkunde der Feuerspritze uns als Nachweis vorliegt.
Als in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts begonnen wurde, wie in Meißen Freiwilligen Feuerwehren aufzustellen, machte man sich auch in Harthau gedanken darüber.
Mit der Gründung der Deutschen Kaiserreiches 1871 wurde auch ein neues Brandschutzrecht in Kraft gesetzt. Nach diesem Gesetz wurden im ganzen Reich mit der Bildung von Freiwilligen Feuerwehren begonnen. Kam eine Freiwillige Feuerwehr nicht zustande, so wurde der Landgemeindeordnung gemäß, einen Pflichtfeuerwehr gebildet.
Diese wurde durch den Gemeindevorstand geleitet und gliederte sich in die Feuer-oder Spritzenschar, die Rettungsschar, die Bewachungsschar und die Einreißschar.
Im Jahre 1886 erfolgte die Anschaffung von Feuerleitern.
1889 wurde dann eine zweite Feuerspritze angeschafft.
Im Jahr 1893 wurde das Spritzenhaus, heute Straße der Einheit 14a, gebaut.
Um 1900 wurde durch das Rittergut eine Handdruckspritze angeschafft. Diese ist heute noch im Bestand unserer Feuerwehr.
Des weiteren siedelten sich 2 Größere Betriebe, nämlich die Holzwarenfabrik Lange und die Schuhfabrik Rau und Vogel, im Bahnhofsviertel an und stellten Betriebsfeuerwehren auf .
So besaß die Feuerwehr der Firma Lange eine Dampfspritze, die auch im Umfeld der Fabrik, wie zum Beispiel auf den Bahnhof, ausrückte.






